Runder Tisch: Stadt Bayreuth und Ernährungsrat Oberfranken zur nachhaltigen Lebensmittelversorgung in Bayreuth

Am Freitag, den 04. Februar 2021 fand ein Runder Tisch zwischen der Stadt Bayreuth und dem Ernährungsrat Oberfranken statt, bei dem Maßnahmen für eine regionale und nachhaltige Lebensmittelversorgung für Bayreuth diskutiert wurden. Einberufen wurde der Runde Tisch von Oberbürgermeister Thomas Ebersberger, der selbst Teil der Runde war und sich für die Wichtigkeit einer Ernährungswende aussprach.

„Was haben Kommunen mit Lebensmittelversorgung zu tun?“, mit dieser Frage startete Julia Marx vom Ernährungsrat Oberfranken das Treffen. In vielen Kommunen ist das Thema nämlich historisch von der Agenda verschwunden. Der Ernährungsrat Oberfranken hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ernährungspolitik wieder auf die kommunale Agenda zu bringen, „denn wenn wir die Versorgung unserer Bürger mit Lebensmitteln rein dem Markt überlassen erfolgt dies, wie unser derzeitiges System zeigt, zulasten der Regionalität, zulasten der Gesundheit der Menschen, zulasten der Umwelt, zulasten der Fairness, zulasten der Resilienz und letztendlich zulasten der Kommune, die ja ein Interesse an Vielfalt hat“ (Dietrich Pax, Ernährungsrat Oberfranken).

Da Lebensmittelversorgung eine Querschnittsaufgabe ist, für die es die Zusammenarbeit vieler Ämter braucht, war die Stadt mit sechs Ämtern vertreten: Mit der Leiterin des Hauptamts Sabine Haberland, mit Klimaschutzmanagerin Jana Edlinger (Umweltamt), mit dem Leiter des Stadtgartenamtes Robert Pfeiffer, der Leiterin der Schulverwaltung Silvia Katholing, Sebastian Norck vom Stadtplanungsamt und Manuela Brozat, Referentin für Familie, Schulen, Soziales und Meldewesen.

Diskussion über einen Ernährungsrat Bayreuth

„Die Bayreuther Stadtverwaltung hatte bereits Ihre Überschneidungspunkte zum Thema Lebensmittelversorgung mitgebracht, sodass sich ein sehr konstruktiver Austausch ergeben hat“, sagt Matthias Schöring (Ernährungsrat Oberfranken). Die Amtsleiter waren sich ihrer Möglichkeiten, insbesondere an der Umstellung der Gemeinschaftsverpflegung mitzuwirken und städtische Flächen mit zur Lebensmittelproduktion zu nutzen, bewusst. Bei eigenen Veranstaltungen ist die Stadt schon Vorbild, denn sie bietet hier 100- Prozent regionales Essen an, so Sabine Haberland. Dennoch kann natürlich einiges verbessert werden, in dem der Dialog mit Trägern der Gemeinschaftsverpflegungen gesucht wird und Hürden zur Umstellung auf bio-regional angegangen werden, indem Ernährungsbildung an Schulen priorisiert wird, Lebensmittelpunkte in Leerräumen der Stadt entstehen, Streuobst in der Stadt durch Schulen weiterverarbeitet wird oder regionale Wertschöpfung ausgeweitet wird. Der Ernährungsrat schlägt die Erarbeitung einer ganzheitlichen Ernährungsstrategie vor, die sich in anderen Städten wie beispielsweise in Köln als Mittel der Wahl herausgestellt hat. 

Einig waren sich alle am Runden Tisch: Wir wollen uns weiter treffen, und das Thema voranbringen, idealerweise in einem Ernährungsrat Bayreuth, der auch den Landkreis miteinbezieht. Deshalb soll bei einem nächsten Treffen auch das Landratsamt eingeladen werden. Auch Landwirt:innen, die die städtischen Flächen bewirtschaften, sollen Teil eines Ernährungsrates Bayreuth sein. Ein nächstes Treffen ist in rund 3 Monaten vorgesehen.

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